ICH BIN Luise.

ICH HABE Zwei Brüder. Anton WURDE 2015 GEBOREN UND Asperger-Autist.

Emil WURDE 2016 GEBOREN ist autist und hat adhs.

Man weiß nie, was gerade los ist.
 

Die Jungs sind manchmal laut. Aber dafür muss man sie nicht gleich verurteilen. In solchen Situationen fänd ich cool, wenn man uns fragt, was los ist mit den Jungs. Dann erklären wir das.

 

Risiken und Nebenwirkungen…
Es wird auf Dauer anstrengend, man ist auch oft genervt. Aber man lernt damit umzugehen. Auch Papa hat sich im Urlaub mal eine Auszeit genommen. Es liegt viel am Alter. Man muss durch die schwierige Zeit durch, und dann wird es einfacher. 

Die Jungs haben Dinge gefunden, mit denen sie zur Ruhe kommen und sich alleine beschäftigen können. 


Jetzt ist es viel entspannter.


Auch Mama und Papa brauchen mal Auszeiten. Sie machen manchmal zu zweit Urlaub und dann sind wir bei Oma und Opa. Oder Mama macht mit einer Freundin einen Kurztrip. Jedes Jahr vor Weihnachten hat sie ihre Nähwoche mit zwei Freundinnen und wir fahren mit Papa zu Oma und Opa. Dann bestellen sie Pizza und Sushi und nähen die ganze Zeit. Papa wandert manchmal mit Freunden aus der Kirche ein Wochenende lang.


Das tut mir gut.
Ich treffe mich mit Freunden. Meine Hobbys sind Fußballspielen, Klavierspielen und Chor. Und hier im Geschwisterkindprojekt ist meine Auszeit. Ich treffe mich mit Freunden oder bin allein in meinem Zimmer. Ich male richtig gern und höre dabei Podcast. Und ich übe Handstand. Wir haben alle ein eigenes Zimmer, damit jeder seinen eigenen Raum hat. Die Jungs brauchen ihre Ruhe. 

Was gar nicht geht?
Diskriminierung! Das ist schlimm! Nur weil die Jungs ihre Einschränkungen haben oder nicht alles können. Wenn wir ein Spiel spielen und andere Kinder sagen, die Jungs dürfen nicht mitspielen, weil sie ausflippen, wenn sie verlieren. Sie können halt schlecht verlieren und flippen schnell aus. Aber ich spiele trotzdem mit ihnen. 

 
Die Jungs brauchen immer eine Erklärung. 


Sie brauchen Pläne und Strukturen im Alltag, um den Alltag ordentlicher zu machen und nicht so verwuselt. Das ist auch manchmal schwierig, weil sie viele Therapien und Sport haben. Wenn Mama oder Papa ausfallen, ist es schwierig. Aber wenn alles normal ist, ist es ok. In eine andere Stadt zu ziehen, wird glaube ich schwierig für die Jungs. Aber in der Nähe oder wenn sie jemanden kennen, geht das bestimmt.


Mein Tipp!
Immer optimistisch bleiben! Immer freundlich. Das hilft total! Immer das Positive sehen. Und: feste Aktivitäten mit den Geschwistern haben. Früher haben wir jeden Samstag um 6 Uhr morgens zusammen mit Autos gespielt. Bis es Frühstück gab. Man weiß dann einfach: Man kann sich auf etwas freuen und muss nicht immer zu Mama und Papa rennen. 


Aber man muss auch Kompromisse machen und mal nachgeben. 

MEINE BRÜDER.

Anton (11) spielt gern zusammen mit Luise Fußball. „Auf dem Bolzplatz bei uns in der Nähe. Da spielen wir zu zweit oder mit anderen aus der Nachbarschaft.“ Anton merkt, dass seine Schwester ihn unterstützt und ganz oft weiß, was zu tun ist – ohne dass er es ausspricht. Anton formuliert das so: „Sie macht Sachen, ohne zu fragen.“ 

 

Mit Emil (9) zusammen füttert Luise die Meerschweinchen. Manchmal kocht sie ihm einen Kakao, der schmeckt ihm richtig gut. Und was die beiden noch gern machen? „Kuscheln!“ 

Mein Tipp!
Immer optimistisch bleiben! Immer freundlich. Das hilft total! Immer das Positive sehen. Und: feste Aktivitäten mit den Geschwistern haben. Früher haben wir jeden Samstag um 6 Uhr morgens zusammen mit Autos gespielt. Bis es Frühstück gab. Man weiß dann einfach: Man kann sich auf etwas freuen und muss nicht immer zu Mama und Papa rennen. 


Aber man muss auch Kompromisse machen und mal nachgeben. 

LUISE

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